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PRÄ|POSITION
GEGENWÄRTS Episode IX
Episode IX

Abschied nehmen mit Eva von Redecker

Aller Abschied wiegt schwer. Von den Menschen, an denen wir einmal gehangen haben und auch von der Welt, die wir schlechter hinterlassen werden als sie einst war. Jede ökologische Katastrophe ist zuerst, und zuletzt, eine persönliche. Nicht auf eine Revolution der Welt sollten wir deshalb schielen, sondern auf eine fürs Leben, schreibt die Philosophin Eva von Redecker und spricht mit uns und Christa Wolf über das »schreckliche Glück« unserer Gegenwart.

Spät in der Nacht bin ich von einer Stimme hochgeschreckt und von einem Heulen. Die Stimme hatte von weither gerufen. A faultless monster! Das Heulen, habe ich nach geraumer Zeit gemerkt, ist von mir gekommen. Ich habe im Bett gesessen und geheult. Mein Gesicht ist von Tränen überströmt gewesen. Soeben war in meinem Traum ein riesengroßer, naher, ekelhaft in Zersetzung übergegangener Mond sehr schnell hinter dem Horizont versunken. Am nachtdunklen Himmel befestigt gewesen. Ich schrie. Wie schwer, Bruder, würde es sein, von dieser Erde Abschied zu nehmen.

Gespräch: Clara Neubert
Tonale Inszenierung: Florian Liewald


Eva von Redecker wird 1982 geboren. Sie versteht sich als kritische Theoretikerin und feministische Philosophin, die zuletzt mit ihrer Revolution für das Leben im S. Fischer-Verlag eine »Kapitalismuskritik – und eine Liebeserklärung an menschliches Handeln« veröffentlichte.


Wir sprachen mit Eva von Redecker am 25. März 2021 im Havelland.

Redaktion: Clara Neubert, Max Farr, Konstantin Schönfelder, Holm Burgemann
Produktion: Florian Liewald
Cover: Daniel Zenker
Stimme: Elisa Schlott

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